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16 Jahre stand das ehemalige Telekom-Gebäude in Greifenburg leer. Gemeinsam mit der Gemeinde Berg wurde ein interkommunales Projekt gestartet, welches am 1. Juli eröffnet wird.

Wie man aus der Not eine Tugend machen kann, zeigen die Oberdrautaler Gemeinden Berg und Greifenburg vor. Im Rahmen eines interkommunalen Projekts wurde das seit 2003 leer stehende Telekom-Gebäude in Greifenburg angekauft. „Unsere beiden praktischen Ärzte haben ihre Kassenstelle zurückgelegt. Wir hatten massiven Handlungsbedarf“, erinnert sich Greifenburgs Bürgermeister Josef Brandner. 2016 wurde das Projekt noch mit dem damaligen Berger Bürgermeister Ferdinand Hueter in Angriff genommen: Zum Kaufpreis von 700.000 Euro wurde das ehemalige Telegrafen-Baubezirksamt, welches in bester Lage direkt an der B 100 in Greifenburg liegt, erworben. „Da es sich um ein gemeindeüberschreitendes Vorhaben handelt, erhielten wir 200.000 Euro interkommunale Förderung. Die riesige Fläche – wir haben 1600 Quadratmeter verbaute Fläche und 6500 Quadratmeter Grund erworben – sinnvoll zu füllen, war eine Herausforderung“, so Brandner.

Die Gemeinden machten sich aktiv auf Ärztesuche und wurden fündig: Die praktischen Ärzte Wolfgang Danhofer und Mario Thonhauser werden ab 1. Juli im neuen medizinischen Zentrum als Kassenärzte ordinieren. Weiters ziehen ein Heilmasseur und ein technisches Planungsbüro (erster Stock) ein. Jede Ordination verfügt über – barrierefreie – 170 Quadratmeter. „Wir kommen den Ärzten bei der Miete entgegen, trotzdem wird aber jeder Arzt noch extra 150.000 Euro in die Ausstattung investieren“, erzählt Brandner. Für den Umbau und die Adaptierung des Gebäudes investieren die Gemeinden zusätzlich 480.000 Euro, auch dafür gab es aus dem Gemeindereferat des Landes eine Sonderförderung. Interkommunalgearbeitet wird in Zukunft auch mit den Bauhöfen der Gemeinden: Die Mitarbeiter von Berg ziehen mit ihren Kollegen aus Greifenburg in das neue Mehrzweckgebäude ein. „Platz haben wir genug, man muss diese Synergien einfach nutzen. Alles andere wäre nicht wirtschaftlich“, weiß Brandner. Die medizinische Versorgung in Greifenburg wird von Wahlärztin Karin Philippitsch-Weichselbraunergänzt und im Herbst kommt noch der gebürtige Irschener Anton Schader, der die offene Zahnarzt-Kassenstelle übernehmen wird.

Quelle: Kleine Zeitung/ Andrea Steiner