© awvkr
© awvkr

Der Altkleiderbehälter ist kein Mülleimer. Nur unbeschädigte, saubere Kleidung, Textilien und Schuhe, von denen man sich trennen und die man über den „Altkleidercontainer“ weggeben möchte, sind im weiteren Verwertungsweg noch „tragbar“.

Außerdem muss es vorher noch lange gar nicht so weit kommen. Denn, gerade beim Thema Kleidung ist es beim Shoppen besser, zweimal zu überlegen, als vorschnell zuzugreifen.

Sensibler „Stoff“. Die Entsorgung von Alttextilien ist ein, aus mehreren Blickwinkeln, sensibles Thema und beginnt bereits bei der Herstellung. Fabriken in Billiglohnländern, in denen Arbeiter unter schlechten Bedingungen schuften und dafür schlecht bezahlt werden, Materialien, die mit allerlei Chemikalien behandelt werden, Kleider, die auf den Stationen ihrer Herstellung unzählige Kilometer hin und her geschippert werden – die Liste ist lang, das alles ist kein Geheimnis mehr. Viele Teile landen dann zu überaus günstigen Preisen am Markt und der „Kaufen-Gebrauchen-Wegwerfen“-Gedanke bei der „Fast Fashion“ hängt bereits mit an der Kleiderstange. Kritisch ist auch die Tatsache, dass ein großer Teil der Altkleider in Dritte-Welt-Länder exportiert werden und so der dortigen Textilwirtschaft schaden. Abschließend im Blick haben muss man dann noch den Verbrauch von den für die Produktion benötigten Ressourcen (Baumwollanbau, Wasserverbrauch, Energie, …).

Modeglück statt „Fashion“-Kick. Wir können dazu beitragen, weniger Modemüll zu produzieren und statt dem kurzen Fashion-Kick erleben, dass ein gutes, klassisches Stück, das lange getragen wird, viel mehr Freude bereitet. Klar ist es verlockend, wenn im Wochentakt wechselnde Modeprospekte Lust auf eine neue Garderobe machen und heutzutage selbst die Klassiker – „Sommer- und Winterschlussverkauf“ neben „Pre-Sale“, „Mid-Season-Sale“, „Special-Offer-Days“ und Co altmodisch daherkommen. Das neue, absolute „Lieblingsteil“ wird dann doch noch schnell gekauft, weil, es war ja so viel günstiger … . Und, ganz ehrlich. Wie oft jammern wir vor dem vollen Schrank, wir hätten „überhaupt nichts zum Anziehen“ und tragen dann aber doch immer wieder immer dieselben „Lieblingsteile“ ;-).

Kurzes Vergnügen. Bei vielen Teilen schnappt außerdem bald die Schnäppchen-Falle zu. Dünner Stoff reißt schnell, wetzen durch oder bekommt Löcher, schlecht verarbeitete Nähte gehen nach kurzer Zeit auf, nach ein paar Wäschen sieht das vormals gute Stück aus wie durch die Mangel gedreht. Die Freude war kurz, ein neues Teil muss her, der Schrank wird immer voller, das alte Teil fliegt in den „Müll“.

„Weiter“-Tragen & Flicken. Auch Kinderkleidung ist eine Herausforderung, besonders für den familiären Kontostand. Die kleinen Rabaukinnen und Rabauken brauchen Gewand zum Spielen, Malen, Jausnen, Herumtoben, Kraxeln und, und, und – das alles fordert seinen textilen Tribut und nach dem nächsten Wachstumsschub muss Neues her. Was tun?

  • Wo der Eine rauswächst, wird der Nächste reinwachsen: Andere Familien sind froh, wenn sich das zu kleine Gewand nicht mehr zu Hause türmt: Kleidertauschkreis oder -börse und Flohmarkt sind optimal zum Garderobe-Wechseln und Geldsparen. Vor allem auch ratsam, da aus diesen Teilen schon mehr schädliche Chemie ausgewaschen wurde als bei neuen. Und wenn’s bei den Kleinen funktioniert – warum dann nicht auch bei uns „Großen“.
  • Kleine Löcher und Risse sind schnell gestopft, dem „Spielgewand“ tut das styletechnisch gar nicht weh und die eigene Feinmotorik wird durch Nadel und Faden auch besser.

Downsize-Tipps. Beim Schmökern im Internet findet man reichlich Infos zu „fairer“ Mode, Gütesiegeln und Qualitätsvergleichen. Kreative Styling- und Kombitipps machen auch Lust darauf, den Kleiderschrank zu „minimalisieren“ und die eigene Garderobe auf weniger, dafür hochwertigere und gut kombinierbare Stücke zu beschränken und nicht jedem Trend blind zu folgen.

© awvkr
© awvkr

Was passiert mit den Alttextilien? Im Verbandsgebiet betreuen unsere Partner Energie AG und FWS GmbH die Altkleidersammlung. In den Sortierbetrieben der FWS werden diese nach bis zu 250 Kriterien von Hand sortiert – ohne chemische Analyse, ohne Maschinen. Je nach sortierten Qualitäten und Bedarf werden die Textilien dann verwertet. 40 bis 50% der Altkleider sind gut erhalten, dienen dem weltweiten Handel und der Bedarfsdeckung einkommensschwacher Menschen. 15 bis 20% sind nicht mehr tragbare Kleidung und werden vorwiegend zu Putzlappen, Isoliermaterial oder Dämmstoffen verarbeitet. Weitere 15 bis 20% sind Recycling-Qualitäten, z. B. Tuch, Federn, Strickware. Lediglich 10 bis 15% sind Müll und gehen in die thermische Verwertung (Verbrennung). Unsere Sammelpartner arbeiten auch an Projekten und Verfahren, um die Textilfasern aus dem Material rückzugewinnen um daraus z. B. wieder Garn spinnen zu können.

In den Altkleidercontainer gehören:

  • tragfähige Kleidung
  • saubere Unterwäsche
  • Handtücher
  • Bett- und Haushaltswäsche
  • Decken und Federbetten
  • Vorhänge und Gardinen
  • Hüte, Mützen und Kappen
  • Handtaschen und Gürtel
  • Tragbare Schuhe aller Art, nur paarweise
  • Kuscheltiere

In den Rest- oder Sperrmüll gehören:

  • nasse oder verschmutzte Textilien
  • stark beschädigte Textilien
  • Stoff- und Garnreste
  • Regenschirme
  • Koffer, Körbe
  • Teppiche, Matratzen

 

Abfallwirtschaftsverband Westkärnten

Kühwegboden 13, 9620 Hermagor

Tel.: 04282 / 2333 270

www.awvwestkaernten.at

rundgehts.at