Petra Auer, die mit Ehemann Hans ein Feinkostgeschäft in Greifenburg betreibt, mischt nach monatelangem Tüfteln, den perfekten Nudelteig.

Petra Auer mit ihrer Nudel-Kollektion. Gefärbt werden sie mit Spinat- und Rohnenpulver oder Chili © Rie-Press

Aus zwei Zutaten besteht Petra Auers Nudelteig: Hartweizengrieß von der Glanzer-Mühle in Spittal und Eier vom Genussland Kärnten. Beides zu vermischen, kann eigentlich nicht so schwer sein. „Es hat doch einige Monate gedauert, bis ich das perfekte Mischverhältnis herausgefunden habe“, sagt Auer, für die Qualität und Sorgfalt oberste Priorität haben. Kleinste Einflüsse wie Luftfeuchtigkeit oder Außentemperaturen erfordern bereits eine Abwandlung des Rezeptes. „Pro Kilogramm Hartweizengrieß verwende ich je nach Größe zirka sieben Eier. Flüssige Eier aus dem Tetrapack kommen nicht in Frage“, sagt die leidenschaftliche Köchin.
Mit ihrem Ehemann Hans betreibt sie seit elf Jahren ein Feinkostgeschäft in Greifenburg.

Zum bisherigen Angebot, das von Fleischwaren, über Kärntnernudeln, Knödelsorten, Gulasch über mediterrane Spezialitäten reicht, sind Nudeln eine gute Ergänzung. „Die Pasta, die es frisch und getrocknet gibt, wird inzwischen in vielen Gastronomiebetrieben im Drautal und am Weißensee stark nachgefragt“, freut sich die gebürtige Oberösterreicherin. Ihre Spaghetti, Tagliatelle, Pappardelle, Suppennudeln oder die aus Sizilien stammenden Casarrecce, werden teilweise mit Spinat- und Rohnenpulver gefärbt oder um neue Geschmacksvarianten zu erhalten mit pulverisierter Zitronenschale oder Chili versehen.

„Neu im Angebot ist Lasagne, die wir in Aluschalen verkaufen und die nur noch in das Rohr geschoben werden muss“, sagt Auer. Auch die Nudeln sind ein schnelles Essen. Sind sie frisch, reichen drei bis vier Minuten Kochzeit in gut gesalzenem Wasser. Die getrockneten Nudeln benötigen etwas länger. „Die Köche der heimischen Hotels und Gasthäuser schätzen vor allem den guten Eiergeschmack und die Bissfestigkeit der Nudeln. Selbst wenn sie teurer sind als Nudeln aus dem Großmarkt, benötigt man weniger, weil sie einen höheren Sättigungswert haben“, sagt die experimentierfreudige Drautalerin. Ab Herbst möchte die studierte Betriebswirtin das Sortiment um Vollkornnudeln und glutenfreie Pasta erweitern.

„Im Bezirk Spittal ist mir niemand bekannt, der in diesem Umfang Teigwaren erzeugt. Inzwischen verstehe ich es, weil wirklich viel Arbeit dahinter steckt“, sagt Hans Auer, der sich freut, dass eine neue Generation an Kunden heranwächst, die Wert auf ehrliche Lebensmittel legt und Verständnis dafür hat, dass sie etwas mehr kosten. Die hohe Zahl an Stammkunden gibt ihm recht.

Quelle: Kleine Zeitung/Martina Pirker