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Belinda Glanzer und Trauerbegleiterin Christine Ganeider organisieren einen monatlichen Gesprächskreis im Pfarrhaus Greifenburg (Foto: KK/privat)

In Greifenburg startet ein Gesprächskreis für Eltern von Sternenkindern. Einmal im Monat

“Der Tod gehört zum Leben dazu, deshalb ist es wichtig, über die Trauer zu sprechen”, so Belinda Glanzer aus Dellach zur WOCHE. Sie bietet gemeinsam mit Trauerbegleiterin Christine Ganeider und Astrid Panger von der Plattform Verwaiste Eltern einen wöchentlichen Gesprächskreis für Eltern, die ihre Kinder verloren haben.

Viele betroffene Eltern

Am 18. April startet der Gesprächskreis – einmal im Monat immer mittwochs – im Greifenburger Pfarrhaus. “Da ich selbst schon bei solchen Gruppen war, und mir aufgefallen ist, dass es in Oberkärnten sowas noch nicht gibt, habe ich mich dazu entschlossen selbst eine zu gründen. Da ich weiß, dass es sehr viele betroffene Eltern gibt, und es aber gleichzeitig ein Tabu-Thema in der Gesellschaft ist, ist es mir wichtig, genau für dieses Thema mehr Aufmerksamkeit zu schaffen”, so Glanzer zur WOCHE.

Die Treffen:


Einmal im Monat, immer mittwochs: 18. April, 16. Mai, 13. Juni, 11. Juli, 19. September, 17. Oktober, 14. November, 12. Dezember – jeweils von 19 bis 21 Uhr.
Eltern wenden sich vertrauensvoll an Belinda Glanzer unter 0677 / 62008544 oder 7belindas77@gmail.com; oder an Trauerbegleiterin Christine Ganeider von der Plattform Verwaiste Eltern unter 0676 / 7083564 oder ganeider@gmx.net
Unterstützt wird dies von Astrid Panger, Leiterin der Plattform Verwaiste Eltern.

Andere Pläne

Als Glanzer selbst öfter in der Gynäkologie im Krankenhaus lag, habe sie sehr oft mitbekommen, wieviele Frauen ihre Kinder – sogenannte Sternenkinder – sehr früh verlieren. “Oft kommt auch das Baby nicht lebensfähig zur Welt. Egal in welchem Monat oder auch im späteren Verlauf des Lebens: Ein Kind zu verlieren ist immer sehr schlimm”, so Glanzer. Selbst hatte sie fünf Schwangerschaften, alle ihre Kinder sind verstorben. “Mutter Natur hatte andere Pläne. Meine Tochter Marie musste ich gehen lassen, sie bekam eine starke Gehirnblutung. Es war die schwerste Entscheidung unseres Lebens und es hat uns verändert”, so Glanzer.

Sagen, was man möchte

Wenn man sein Kind verliert, sterbe man selbst ein Stück mit, gut gemeinte Floskeln würden da auch nicht helfen, sagt sie. “Man sollte sagen, was man in dem Moment braucht, sei es Abstand oder Nähe der Familie oder Freunde. Es gibt kein richtig oder falsch, denn jeder trauert anders und Trauerbegleitung kann hier sehr helfen”, erklärt sie.

Mit Ritualen verabschieden

Der Umgang mit dem Schmerz ist für Glanzer eine “gute Frage. Als erstes würde ich sagen, man steht vor vollendeten Tatsachen und es ist wie ein Schlag ins Gesicht.” Laut Glanzer könne man versuchen, sich mit gewissen Ritualen von seinem Kind zu verabschieden, sei es, einen Brief zu schreiben oder eine Kerze zu gestalten, sie zu Hause aufzustellen und beim Anzünden dem verstorbenen Kind einen schönen Text vorlesen.” Am wichtigsten sei es aber, darüber zu reden. Sie selbst habe die Erfahrung gemacht, dass das Nicht-Reden alles verschlimmere und man in eine Depression verfallen kann.

Darf Freude geben

Die Trauerbegleiterin helfe mit Einfühlungsvermögen und zeigt den Menschen, dass sie nicht alleine sind. “In der Trauer darf es durchaus auch Freude geben, das muss man den Eltern und Geschwistern zeigen”, so Glanzer.

Reden oder Schweigen

Die Treffen würden so abgehalten, dass sich jeder willkommen fühlt, mit Kuchen, Kaffee und Selbstgemachten. “Es ist sehr wichtig, dass jeder alles sagen kann, aber wenn man schweigen möchte, ist das auch in Ordnung. Wir gehen respektvoll miteinander um und lernen voneinander, wie andere Eltern mit dieser Situation umgehen”, schließt Glanzer.

Quelle: Meine Woche/ Verena Niedermüller